Chainalysis teilte am Freitag, dem 30. Oktober, mit, Ziel eines Cybervorfalls geworden zu sein. Dabei habe sich ein externer Akteur unbefugt Zugang zu Systemen und internen Tools verschafft. Das Blockchain-Analyseunternehmen erklärt, es habe alle Kunden informiert und externe Experten hinzugezogen, um den Vorfall zu untersuchen und die Abwehr zu verstärken.
Was passiert ist
In einem Blogbeitrag schreibt Chainalysis, das Unternehmen habe in diesem Monat einen externen Akteur entdeckt, der mit „offensive agentic techniques“ unbefugt auf Systeme und interne Tools zugegriffen habe. Das Unternehmen ordnet den Angriff in einen branchenweiten Anstieg KI-gesteuerter Cyberangriffe ein, „ähnlich wie bei vielen anderen Tech-Plattformen in den vergangenen Wochen“.
Chainalysis erklärt, der Vorfall stehe nicht im Zusammenhang mit dem jüngsten Krypto-Diebstahl bei Binance.
Auf welche Daten zugegriffen wurde
Laut der E-Mail an betroffene Kunden, die vollständig im Blog veröffentlicht wurde, griff der Angreifer auf „nicht sensible“ Daten der auf der Plattform eingerichteten Nutzer zu:
- Nutzer-IDs
- vollständige Namen
- E-Mail-Adressen
- Rollenbezeichnungen in der Organisation
Nach aktuellem Stand der Beweislage hat das Unternehmen nach eigenen Angaben keine Hinweise auf unbefugten Zugriff auf Folgendes gefunden:
- Untersuchungsinhalte - Graphen, Notizen oder Fälle
- Transaktions- oder Abfrageergebnisse
- Passwörter im Klartext, MFA-Secrets oder Session-Tokens der Nutzer
Chainalysis klärt noch, auf welche Datensätze bei den einzelnen Organisationen zugegriffen wurde, und verspricht eine detaillierte Aufstellung, sobald die Analyse abgeschlossen ist.
Was das Unternehmen unternommen hat
- Die Teams arbeiten nach eigenen Angaben rund um die Uhr daran, die unbefugten Aktivitäten zu untersuchen, Schwachstellen zu schließen und die Systeme zu härten
- externe Cybersicherheitsexperten wurden beauftragt
- Large Language Models unterstützen eine breitere Überprüfung der Plattformsicherheit
- alle Kunden wurden proaktiv informiert - einige hatten bereits früher eine Meldung erhalten und bekommen nun ein Update
Die Überprüfung gehe über die ausgenutzten Schwachstellen hinaus und betreffe die Sicherheitslage der gesamten Plattform, im Rahmen eines unternehmensweiten Ansatzes, wie das Unternehmen es nennt.
Was das für dich bedeutet
Wenn du Chainalysis nutzt, rät dir das Unternehmen, bei unerwarteten Anfragen zum Zurücksetzen des Passworts oder bei Authentifizierungsaufforderungen, die du nicht selbst ausgelöst hast, „hypervorsichtig“ zu sein.
Falls deine Organisation die Zwei-Faktor-Authentifizierung noch nicht aktiviert hat, empfiehlt Chainalysis dringend, das nachzuholen - dein Account Manager kann dabei helfen. Das Unternehmen kündigt an, jeder Organisation im Verlauf der Untersuchung relevante Updates zu senden, und bedauert den Vorfall.
