Dubai-Polizei, FBI und China verhaften 276 Personen bei weltweiter Razzia gegen Krypto-Betrug

Wichtige Punkte

  • Operation Tri-Force Sentinel: 276 Festnahmen in drei Ländern
  • Die „Pig-Butchering"-Mechanik hinter den Betrugszentren
  • Verbundene Operation Level Up: fast 9.000 Opfer von Krypto-Investmentbetrug und geschätzte 562 Millionen US-Dollar an zusätzlichen Verlusten verhindert.
Manuela Istrate

Am 29. April gab die Polizei von Dubai den Abschluss der „Operation Tri-Force Sentinel“ bekannt – einer koordinierten internationalen Aktion, die gemeinsam mit dem Federal Bureau of Investigation (FBI) der USA und dem Ministerium für öffentliche Sicherheit Chinas durchgeführt wurde. Die Operation führte zu 276 Festnahmen und zur Zerschlagung von neun Krypto-Betrugszentren.

Die meisten Verdächtigen stammen aus südostasiatischen Ländern. Das US-Justizministerium beschrieb das gemeinsame Vorgehen als „beispiellose Zusammenarbeit“ zwischen den drei Behörden.

Operation Tri-Force Sentinel: 276 Festnahmen in drei Ländern

Die Polizei von Dubai, die dem Innenministerium der VAE untersteht, führte 275 der Festnahmen durch; die königliche thailändische Polizei nahm einen weiteren Flüchtigen fest.

Laut dem Dubai Media Office bedeutete die Operation „einen entscheidenden Schlag gegen drei kriminelle Syndikate und die Zerschlagung von neun Betrugszentren, die hinter Hochrendite-Investmentbetrügereien, sogenannten Pig-Butchering-Systemen und Betrug mit virtuellen Währungen standen“.

Sechs Angeklagte sehen sich nun im südlichen Bezirk von Kalifornien mit Bundesanklagen wegen Drahtbetrugs und Geldwäsche konfrontiert. Angeklagt sind:

  • Thet Min Nyi, 27, birmanischer Staatsbürger, auch bekannt als „Pixy“
  • Wiliang Awang, 23, indonesischer Staatsbürger
  • Andreas Chandra, 29, indonesischer Staatsbürger
  • Lisa Mariam, 29, indonesische Staatsbürgerin
  • Zwei namentlich nicht genannte flüchtige Mitverschwörer

Gerichtsunterlagen zufolge verwalteten oder rekrutierten die Angeklagten für drei Operationen mit den Namen „Ko Thet Company“, „Sanduo Group“ und „Giant Company“. Jede Anklage kann mit einer Höchststrafe von bis zu 20 Jahren Haft geahndet werden.

Die Polizei von Dubai leitete in Zusammenarbeit mit der königlichen thailändischen Polizei die Festnahme eines führenden Syndikatmitglieds in Thailand.

Die „Pig-Butchering“-Mechanismen hinter den Betrugszentren

Beim sogenannten „Pig-Butchering“ handelt es sich um ein langfristig angelegtes Betrugsmuster, bei dem Täter online Beziehungen aufbauen – häufig unter dem Vorwand romantischer oder freundschaftlicher Kontakte –, um die Opfer anschließend dazu zu bringen, Geld an betrügerische Investmentplattformen zu überweisen.

Die Opfer wurden dazu gebracht, Konten auf scheinbar seriösen Plattformen zu eröffnen, Kryptowährungen zu transferieren und ihre Einlagen – oft durch Kredite – zu erhöhen.

Gefälschte Konten-Übersichten zeigten erfundene Gewinne, um zu weiteren Einzahlungen zu motivieren. Sobald die Opfer keinen Zugriff mehr hatten, wurden die Gelder über Geldwäschenetzwerke weitergeleitet.

Die Ermittlungen begannen 2025, als FBI-Agenten in San Diego im Rahmen einer Homeland Security Task Force Untersuchungen zu Unternehmen einleiteten, die Krypto-Betrugseinrichtungen betrieben. Meta Platforms lieferte Informationen, die in die Ermittlungen einflossen. Die kombinierten Verluste der Opfer belaufen sich auf mehrere Millionen US-Dollar.

Tri-Force Sentinel läuft parallel zu „Operation Level Up“, einer vom FBI geführten Benachrichtigungsinitiative, die bis April 2026 fast 9.000 Opfer erreicht und geschätzte zusätzliche Verluste in Höhe von 562 Millionen US-Dollar verhindert hat, so das Justizministerium.

„Betrüger, die Amerikaner aus dem Ausland ins Visier nehmen, können nicht ungestraft handeln – egal, wo auf der Welt sie sich befinden.“ — Assistant Attorney General A. Tysen Duva, DOJ Criminal Division

Die Fälle in San Diego gegen Thet Min Nyi, Awang, Chandra und Mariam sind die Prozesse, die es zu beobachten gilt – die Anklage gegen Thet Min Nyi enthält auch Forderungen nach Vermögensverfall, was darauf hindeutet, dass beschlagnahmte Kryptowährungen und Vermögenswerte betroffen sind. Zwei Mitverschwörer sind weiterhin flüchtig.

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