Das Verfassungsgericht Rumäniens hat der Erhöhung der Steuern auf Krypto-Einkommen von 10 % auf 16 % ab dem Jahr 2026 zugestimmt

Wichtige Punkte

  • Das Steuersystem ist an die europäischen Standards für Transparenz und faire Besteuerung angepasst.
  • Am 5. Dezember verabschiedete die Regierung eine Notverordnung, die Kryptodienstleister verpflichtet, Nutzerdaten an die ANAF zu melden.
Jana Vogel

Am 10. Dezember genehmigte das rumänische Verfassungsgericht, dass die Steuer auf Einkommen aus Krypto-Transaktionen ab dem 1. Januar 2026 von derzeit 10 % auf 16 % erhöht wird.

Die Entscheidung folgt auf die öffentliche Unterstützung des rumänischen Präsidenten Nicușor Dan für eine Steuererhöhung auf Kryptogewinne.

Das Gesetz wird zur Verkündung weitergeleitet

Laut den neuesten Berichten von Digi24.ro wird der zu versteuernde Gewinn als Differenz zwischen dem Verkaufspreis und dem Kaufpreis digitaler Vermögenswerte berechnet, einschließlich der direkten Transaktionskosten.

Nach der Genehmigung durch das rumänische Verfassungsgericht wird das Gesetz nun zur Verkündung weitergeleitet.

Kleinere Transaktionen unter 200 RON sind von Steuern befreit, sofern die gesamten jährlichen Gewinne 600 RON nicht überschreiten. Die neue Regelung gilt sowohl für Transaktionen über lizenzierte Kryptoplattformen als auch außerhalb von Börsen und bringt das Steuersystem in Einklang mit den europäischen Standards für faire Besteuerung und Transparenz.

Die Umsetzung beginnt mit Einkommen aus dem Jahr 2026, und die erhöhte Steuer wird 2027 für Gewinne gezahlt, die im Vorjahr erzielt wurden. Für Gewinne aus dem Jahr 2025 müssen Nutzer 2026 noch 10 % zahlen.

Am 1. Oktober erklärte der rumänische Präsident in einer Mitteilung in den sozialen Medien, dass er ein Gesetz an das Parlament zurückverwiesen habe, das eine kürzlich von der Regierung eingeführte fiskalische Maßnahme aufgehoben hätte, die zur Verringerung des Haushaltsdefizits gedacht war. Laut seiner Aussage bemühe sich das Land um die Haushaltskonsolidierung, und eine dieser Maßnahmen sei die Erhöhung der Steuer auf Krypto-Transaktionen.

Weitere Details im Gesetz

Die neue Gesetzgebung enthält außerdem folgende Details zu Gewinnen aus dem Transfer von Wertpapieren oder Geschäften mit Derivaten:

  • Langfristige Gewinne (über 365 Tage) werden mit 3 % statt bisher 1 % besteuert.
  • Kurzfristige Gewinne (unter 365 Tage) werden mit 6 % statt bisher 3 % besteuert.
  • Transfers außerhalb autorisierter Einrichtungen sowie Gold werden ebenfalls mit 16 % besteuert.

Die Änderungen sollen die Unterschiede in der steuerlichen Behandlung verschiedener Anlageformen verringern und die Markttransparenz erhöhen.

Die rumänische Regierung führt klarere Steuerregelungen ein

Es ist zudem erwähnenswert, dass die rumänische Regierung am 5. Dezember eine Dringlichkeitsverordnung verabschiedete, die Krypto-Plattformen verpflichtet, alle Nutzertransaktionen an die ANAF (Nationale Steuer- und Abgabenverwaltung) zu melden.

Wie wir zuvor berichteten, bringt diese Maßnahme Rumänien in Einklang mit den internationalen Standards des Crypto-Asset Reporting Framework (CARF/DAC8), um Transparenz zu fördern und Steuerhinterziehung zu bekämpfen.

Der rumänische Krypto-Investor Vlad Stoica äußerte sich zu den Änderungen im Gespräch mit DigiEconomic und betonte, dass die Steuererhöhung auf 16 % zu einem ungünstigen Zeitpunkt für Krypto-Investoren komme, insbesondere für diejenigen mit Altcoin-Portfolios. Er sagte, dass der unmittelbare Effekt ein hoher Druck auf kleine und mittelgroße Investoren sei.

Stoica erklärte zudem, dass die Beibehaltung der niedrigeren 10 %-Steuer auf Krypto-Einkünfte dazu hätte beitragen können, mehr Investoren im Web3-Bereich nach Rumänien zu ziehen. Da es Rumänien jedoch an stimulierenden fiskalischen Mechanismen mangele, sollte der Staat dies durch Folgendes kompensieren:

  • Gesetzliche Klarheit
  • Moderne Meldeverfahren
  • Eine digitale Infrastruktur, die an neue Technologien angepasst ist
  • Ein sicheres und berechenbares Umfeld für Krypto-Investoren und Web3-Projekte

Rumänien ist innerhalb der EU ein wichtiges Land im Bereich der Krypto- und Blockchain-Adoption. Mehr Unterstützung für Web3-Projekte in einem sicheren und transparenten Umfeld könnte dem Land helfen, zu einem regionalen Zentrum für Blockchain-Innovationen zu werden.

Die jüngsten Entwicklungen im Land erfolgen vor dem Hintergrund einer weltweit zunehmenden Bitcoin- und Krypto-Akzeptanz sowie klarerer Regulierungen auf internationaler Ebene.

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