Rumänien führt ab Januar 2026 klarere Vorschriften zur Besteuerung von Kryptowährungen ein

Wichtige Punkte

  • Krypto-Plattformen werden verpflichtet, Nutzerdaten an die ANAF zu melden.
  • Die Maßnahme bringt die rumänische Gesetzgebung in Einklang mit dem internationalen CARF-Standard.
Jana Vogel

Laut den neuesten Berichten wird Rumänien ab dem Jahr 2026 klarere und transparentere Kryptoregelungen einführen. Die Regierung hat Berichten zufolge eine Dringlichkeitsverordnung zur Änderung der Steuerverfahrensordnung verabschiedet, die Kryptohandelsplattformen verpflichtet, Nutzerdaten automatisch an die ANAF – die rumänische Steuerbehörde – zu übermitteln.

Die Maßnahme soll am 1. Januar 2026 in Kraft treten.

Sie erfolgt vor dem Hintergrund der weltweit zunehmenden Einführung klarer Kryptoregulierungssysteme, wie sie in den USA und der EU durch den MiCA-Rahmen etabliert wurden.

Rumänische Gesetzgebung im Einklang mit internationalem CARF und EU-Vorschriften

Die neuesten Berichte wurden am 12. November von Digi24.ro veröffentlicht und heben hervor, dass dieser Schritt das rumänische Recht an den internationalen Standard des Crypto-Asset Reporting Framework und an die EU-Richtlinien zum automatischen Austausch von Steuerinformationen angleicht.

Ziele der neuen Regelung sind unter anderem:

  • Bekämpfung von Steuerhinterziehung
  • Förderung der Transparenz auf dem lokalen Kryptomarkt

Details zu den an ANAF zu meldenden Daten

Nach den neuen Vorschriften sind alle Kryptodienstleister, einschließlich Plattformen außerhalb Rumäniens mit rumänischen Nutzern, verpflichtet:

  • Sich bei der ANAF zu registrieren
  • Jährliche Informationen über Transaktionen zu übermitteln

Die zu meldenden Daten umfassen:

  • Benutzerdaten zur Identifizierung
  • Den Wert der gehandelten, übertragenen oder umgewandelten Vermögenswerte
  • Deren Wert zum Zeitpunkt der jeweiligen Transaktionen

ANAF wird Zugriff auf die vollständige Entwicklung der Nutzerportfolios haben, wodurch steuerpflichtige Einkünfte und Gewinne berechnet werden können, ohne auf freiwillige Erklärungen angewiesen zu sein.

Laut den neuen Bestimmungen drohen Plattformen, die ihren Meldepflichten nicht nachkommen, Geldbußen zwischen 50.000 und 150.000 RON. Im Falle einer anhaltenden Nichteinhaltung kann zudem der Zugriff auf diese Plattformen in Rumänien blockiert werden.

Die neue Regelung ist Teil eines umfassenderen Rahmens, der von der EU am 17. Oktober 2023 angenommen wurde.

Neue EU-Vorschriften zur Besteuerung

Die DAC8 (Richtlinie 2023/2226) wurde am 24. Oktober 2023 im Amtsblatt L, 2023/2122, veröffentlicht.

Die Richtlinie folgt dem Bericht des Rates zu Steuerfragen vom Dezember 2021, in dem der Rat angekündigt hatte, dass er von der Europäischen Kommission im Jahr 2022 einen Gesetzesvorschlag zu weiteren Änderungen im Bereich der Besteuerung erwarte – insbesondere zur Ausweitung des Informationsaustauschs über steuerliche Regelungen zu Kryptowerten für vermögende Privatpersonen.

Die Richtlinie umfasst eine breite Palette von Kryptowerten und verwendet die im MiCA-Rahmen festgelegten Definitionen, die Stablecoins, dezentralisierte Kryptowerte und NFTs abdecken.

Die neue Richtlinie ist am 13. November 2023 in Kraft getreten, und die EU-Mitgliedstaaten haben bis zum 31. Dezember 2025 Zeit, diese Vorschriften in nationales Recht umzusetzen, wie Eucrim.eu berichtet.

Diese Entwicklung erfolgt vor dem Hintergrund einer zunehmenden Krypto-Adoption in Europa, wobei Rumänien eine wichtige Rolle bei der Entwicklung und Einführung der Blockchain-Technologie spielt.

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